In der folgenden Studie
wurden Dialoge untersucht, in denen zwei Schüler oder Schülerinnen
ohne Hilfe einer steuernden und korrigierenden Lehrkraft gemeinsam
versuchten, ein Problem zu lösen. Das Ziel, eine Alltagsfrage
wie "Warum schwimmt ein Eisenschiff?" zu beantworten,
weist den Weg zur Lösung des physikalischen Problems .
Was im Dialog über das aufgerufene Sachproblem an Erfahrungen,
Lösungsideen und Fragen zwischen den beiden Lernpartnern
ausgelöst wird, macht die Fruchtbarkeit solcher Situationen
aus. In einer repräsentativen Studie mit über 400
Schülerinnen und Schülern aus 20 Klassen des 8. Schuljahres
wurden solche Dialoge zu einer physikalischen und zu einer eher
sprachlichen Problemstellung untersucht. Hier war das Ziel,
Rahmenbedingungen zu analysierern, die beitragen, dass Dialoge
mehr oder weniger lernförderlich verlaufen. Es konnten
z.B. geschlechtsspezifische Unterschiede und die Bedeutung des
Vorwissens nachgewiesen werden. Bei einer kleineren Stichprobe
von 31 Dialogpaaren wurden die Äusserungen der Gespräche
unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zeigten unter anderem,
dass beim Lösen eines sprachlichen Problems eher die
Fähigkeit zum Steuern eine Rolle spielt, bei der naturwissenschaftlichen
Aufgabe die Vielfalt des sachlichen Vorwissens und "kreatives
Abschweifen" helfen. Daraus lassen sich Folgerungen für
das kooperative Lernen und die didaktische Bedeutung von Lernpartnerschaften
ableiten. Ebenfalls thematisieren lässt sich die Bedeutung
des Dialogs im gegenwärtigen Schulunterricht.
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