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Dieser Artikel bilanziert
die Demokratisierung des Unterrichts in Frankreich. Er erinnert
an die Ursprünge dieser Politik in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts und zeigt, dass die Realisierung, die
erst in den Jahren 1959-63 erfolgte, mit der Reform der Sekundarstufe
I (l'école moyenne) und der ersten Welle des Wachstums
zusammenhängt. Anschliessend analysiert der Beitrag die
zweite Welle des Wachstums, welche die Gestalt des Gymnasiums
nach 1985 fundamental veränderte. Es stellt sich die
Frage nach den Resultaten dieser Prozesse: Hat die ent-sprechende
Politik die sozialen Ungleichheiten gegenüber der Schule
reduziert?
Die Antwort muss differenziert ausfallen: Die Öffnung
der weiterführenden Schulen (collège und lycée)
hat den Zugang für Kinder aus bescheidenen Ver-hältnissen
erleichtert und allgemein die Ungleichheiten reduziert. Aber
unter-halb dieses Gesamtzusammenhanges hat sich die Ungleichheit
zwischen den einzelnen Schultypen auf unterschiedliche Art
und Weise entwickelt: Bis Mitte der 1960er-Jahre ist die Ungleichheit
geringer geworden. Der Demokratisierungs-prozess ist anschliessend
zum Stillstand gekommen, wenn nicht wegen der 1973 eingeführten
selektiven Prozeduren sogar ausgehölt worden. Die Entscheide
von 1985 haben dagegen den Demokratisierungsprozess wieder
in Gang gebracht. Aber die Hoffnungen, die damit verbunden
waren, sind insgesamt nicht erfüllt worden. |
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