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Die Frage nach dem Verhältnis
zwischen interkultureller Erziehung und politischer Bildung
wird zunehmend wieder in den soziopolitischen Kontext gestellt,
in dem sie heute in westlichen Staaten gesehen werden muss.
Dieser Kontext ist durch eine Krise bzw. – seltener –
durch eine Ablehnung des ‚klassischen‘ Nationalstaates
gekennzeichnet, der im Hinblick auf die Einbürgerung auf
der ethnischen Unterscheidung zwischen Etablierten und Aussenseitern,
kombiniert mit einem demokratischen Prinzip, beruhte. Man kann
das neue soziale Hervortreten der kulturellen Pluralität
als Problem, das nach einer öffentlichen Bearbeitung ruft,
und des Pluralismus als Wert beobachten. Die öffentliche
Bildung ist einer der Orte dieser Krise, gleichzeitig einer
der Orte, an denen deren Bearbeitung in Betracht gezogen wird.
So wurde, in Québec, die Interkulturalität zum Emblem
im Rahmen der symbolischen Wiederherstellung der québec’schen
Nation (seit Ende der 1970er-Jahre), bevor die politische Macht
stärker inklusive Embleme in den Vordergrund rückte.
In Frankreich erklären sich die jüngste Revitalisierung
der politischen Bildung und die (bescheidene) Anerkennung der
kulturellen Differenzen ebenfalls im Kontext dessen, was man
die Krise der assimilationsorientierten Integration nennen könnte,
und der Wende hin zu einem «Regime der Toleranz»
der Differenzen. |
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