| |
Ziel des Beitrags ist es,
zu klären, ob PISA den Ansprüchen der OECD und den
Teilnehmerstaaten gerecht wird, in Befunden von PISA die Stärken
und Schwächen nationaler Bildungssysteme erkennen und daraus
Reformperspektiven für die Bildungspolitik ableiten zu
können. Folgende drei Argumente werden geteilt: (1) Weil
PISA eine Querschnittserhebung ist, können keine Ursache-Wirkungszusammenhänge
identifiziert werden und daher ist es nicht in logischer Weise
möglich, bildungspolitische Empfehlungen abzuleiten. (2)
Selbst wenn PISA diese methodische Einschränkung nicht
hätte, wäre angesichts des politisch definierten Konzeptes
von ‚literacy’ zu fragen, ob bildungspolitische
Empfehlungen wünschenswert wären. (3) Zweifelsohne
hat PISA zur Belebung kontroverser bildungspolitischer Debatten
beigetragen; aber damit die Bildungsforschung zur Entwicklung
von Reformperspektiven beitragen kann, muss PISA in einem Längsschnittdesign
durchgeführt werden. |
|