Die Veränderung von Gesellschaften, insbesondere aufgrund der sie durchziehenden
Bevölkerungsbewegungen, bringt tiefgreifende Veränderungen der wirtschaftlichen
und sozio-politischen Kontexte in zahlreichen Ländern mit sich. Hier stellt
sich die Frage, ob diese Veränderungen zu einer besonderen Interpellation
der Bildungssysteme und des übermittelten Wissens, sowohl auf inhaltlicher
Ebene als auch auf der Ebene der Lern- und Sozialisationsprozesse, führen.
Wie
lassen sich Wissensvielfalt und gemeinsames Wissen, Vielfalt der Sozialisierungen
und gemeinsame Kultur vereinbaren? Neue Vorschläge zielen in gewissen Disziplinen darauf ab, die
implizite, häufig «monozentrierte» Perspektive
des Schulvertrags umzuwandeln, um auf Pluralität basierende
Ansätze zu fördern: individuelle und kollektive Ressourcen
als Komponenten des sozialen Prozess des Lernens und der Wissensaneignung.
Wir stellen uns die Frage nach dem Bruch mit der Illusion der
Homogenität der Schulsysteme, indem wir eine kurze Analyse
der Eckdaten, die die Schule in Einwanderungsländern (und
vielleicht sogar noch mehr die Forschung) seit 40 Jahren geprägt
haben, vorstellen.
|