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Dieser Beitrag thematisiert
die Erziehung zur Tradition der mündlichen Überlieferung
Westafrikas. Der Autor analysiert aus einer didaktischen Perspektive
heraus die Ausbildung der Barden (Griots) im kleinen Dorf von
Kéla im Staate Mali. Es zeigt sich, dass in diesem Dorf
zwei sich ergänzende Erziehungsformen bestehen. Die erste
ist eingebettet in das tägliche Leben der Bewohner. Die
Art des Wissens und Könnens, welche die zukünftigen
Griots in diesem Zusammenhang erhalten, entspricht dem, was
der Autor als eine soziologische Allgemeinbildung bezeichnet,
die durch soziale Interaktionen mit der ältesten Generation
entsteht. Die zweite Form der Bildung ist aus dem täglichen
Leben herausgelöst. Im Gegensatz zum ersten Ausbildungstypus
ist sie geplant und ermöglicht eine berufliche Ausbildung,
die disziplinär ausgerichtet ist (zum Beispiel: Musik,
Rhetorik). Die Analyse dieser Ausbildungsform fokussiert sich
auf den Unterricht der Panegyrika. Der Autor beschreibt die
spezifisch didaktischen Gesten, welche der Lehrer der Sprechkunst
entwickelt, um den Lernenden zu erlauben, sich die studierten
Loblieder einzuprägen. Zusätzliche Analysen zeigen,
dass es sich hier um eine erste Phase des Ausbildungsprozesses
in Rhetorik handelt, bei welchem der Lehrgegenstand durch das „Sicheinprägen“ in
den Mittelpunkt gestellt wird, um dann erst die Unterrichtstätigkeit
zu intensivieren durch eine Regulierung, die erlaubt, den Sinn
gewisser Verse oder Strophen zu verstehen, oder auch durch
Bemerkungen, die dem Lernenden zeigen, wie sich die erzählenden
Sequenzen ins Ganze einfügen oder wie das Loblied auf
eine bestimmten Person professionell gestaltet werden muss. |
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