Der Übergang in
die verschiedenen Bildungsgänge des Sekundarschulsystems
ist eine zentrale Statuspassage im Leben junger Menschen.
Der vorliegende Beitrag untersucht die Lernkompetenzeinschätzungen
von Lehrkräften am Ende der Grundschule. Neben dem prädiktiven
Effekt individueller Leistungsmerkmale sowie von Indikatoren
des sozialen Hintergrunds wurde untersucht, ob die Lernkompetenzeinschätzung
der Lehrkräfte in einem systematischen Zusammenhang
mit der mittleren Leistungsstärke einer Klasse steht.
Die empirischen Analysen basieren auf einer Stichprobe von
976 Schülerinnen und Schülern am Ende der Grundschulzeit
in Berlin. In Mehrebenenanalysen waren Leistungsindikatoren
sowie der sozioökonomische Status erwartungsgemäss
positiv mit der Lernkompetenzeinschätzung assoziiert.
Darüber hinaus fand sich bei Kontrolle der individuellen
Leistung ein negativer Regressionskoeffizient des mittleren
Leistungsniveaus der Klasse auf die Lernkompetenzeinschätzung,
der als Referenzgruppeneffekt interpretiert werden kann. |